Unsere vierte Klasse war in der letzten Woche ordentlich auf Tournee. Am Dienstag wandelten die Kinder auf den mittelalterlichen Spuren von Dortmund und besuchten das Kindermuseum im Adlerturm. In der Ausstellung erfährt man viele interessante Dinge über das Leben innerhalb der Stadtmauern, über die Ausgrabungsarbeiten im Zuge der Turmrekonstruktion und kann selbst in die Rolle eines Ritters oder einer Dame schlüpfen.
Ein wenig gruselig ist das ausgestellte Skelett eines jungen Mannes, der bei den Ausgrabungen am Turm gefunden wurde und auch die Geschichte der Agnes von Vierbecke, die mit ihren Mitverschwörern im Oktober 1378 verbrannt wurde, weil sie einen Verrat an der Stadt geplant hatte. Dietrich I. von der Mark wollte sich die Reichsstadt untertan machen und fand in Agnes, einer reichen und angesehenen Witwe, seine Verbündete. Sie fuhr mit ihrem Sohn auf einem holzbeladenen Wagen zum südlich gelegenen Wißstraßentor. Mit diesem Wagen wollten sie das Fallgitter blockieren. Ein zweiter, mit Heu beladener Wagen, in dem sich Kämpfer versteckt hielten, folgte ihnen dichtauf. Agnes, eine Frau mit guten Kontakten zu den Stadtoberen, lud den Wachposten zu einer Schale Pfefferpotthast ein. Die sollte er sich beim Händler kaufen gehen, und dann sollte das Schicksal seinen Lauf nehmen. Doch es kam anders! Der Verrat flog auf, Agnes und ihre Spießgesellen musste mit ihrem Leben dafür bezahlen, und im Andenken daran wird noch heute das Pfefferpotthastfest auf dem alten Markt gefeiert.






